Internationale Gärten e. V. Göttingen

Verein

15 Im Jahr 1995 wurde unser erster Garten am Kalten Born in Göttingen Geismar ins Leben gerufen. Dies legte den Grundstein für unsere Arbeit. Im März 1998 gründeten wir den Verein Internationale Gärten e. V. Göttingen. Der Verein hat heute 60 Mitglieder, von denen rund 40 Prozent Deutsche sind.

Die Diskussion zum Thema Migration in unserer Gesellschaft hält an. Viele Menschen solidarisieren sich mit MigrantInnen und Flüchtlingen. Unser Verein möchte einen Beitrag dazu leisten, dass sich diese Solidarität im Alltag stabilisiert. Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt den Kriegsflüchtlingen und den politischen Flüchtlingen.

Die Internationalen Gärten Göttingen, die ersten interkulturellen Gärten in Deutschland, wurden im August 20 Jahre alt! Unser Dank, Respekt und unsere Liebe geht an die vielen Menschen, die die Internationalen Gärten ermöglicht haben.

 

Arbeitsschwerpunkte

Unsere Arbeit deckt ein breites Themenspektrum ab. Sie beinhaltet Fragen wie

  • die Begegnung von Menschen aus verschiedenen Ländern  
  • den biologischen Anbau von Gemüse, Kräutern und Obst
  • das Aneignen der Stadt und der sozialen Umgebung
  • das Erleben von Eigenarbeit durch die Bestellung eines eigenen Gartengrundstücks
  • das Erlernen der deutschen Sprache  
  • die soziale und berufliche Integration von migrierten und geflüchteten Familien
  • die Förderung der beruflichen Orientierung
  • Nachbarschaftshilfe, Familienbetreuung und das gemeinsame Feiern von Festen
  • die Organisation von Kursen und Kleinprojekten
  • Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit

Eine ausführliche Version unserer Arbeitsprinzipien finden Sie im Downloadbereich >

 

Entwicklungsgeschichte des Vereins

In diesem Jahr feiern wir das 20-jährige Jubiläum der Internationalen Gärten Göttingen! Aus einem kleinen göttinger Gartenbauprojekt heraus entstand der Verein Internationale Gärten e.V. Göttingen. Da viele diesem Beispiel folgten, bildete sich bald das Bundesnetzwerk Interkulturelle Gärten. Das Ziel ist die europaweite Verbreitung der Idee.

1995: Die Idee eines Gartenbauprojekts für bosnische Flüchtlingsfamilien entsteht im Migrationszentrum für Flüchtlinge in Göttingen.
1996: Die erste Gartengruppe wird gegründet. Familien aus Deutschland, Äthiopien, Bosnien, Afghanistan, dem Irak und dem Iran gründen gemeinsam den ersten Internationalen Garten in  Göttingen im Stadtteil Geismar und damit den ersten interkulturellen Garten in Deutschland.
1997: Es erfolgt die Gründung eines lokalen und regionalen Netzwerks aus vier internationalen Gärten.
1998: Der Verein Internationale Gärten e.V. Göttingen wird gegründet mit 24 Gründungsmitgliedern. Verbreitung: Bundes und EU weit
2000: Es entstehen bereits 18 internationale und interkulturelle Gärten bundesweit.
2002: Das erste Treffen mehrerer internationaler/interkultureller Gärten in findet in Berlin/Köpenick statt. Das „Bundesnetzwerk Interkulturelle Gärten“ wird gegründet mit Sitz in München bei der „anstiftung München“.
2003: Die Stiftung Interkultur wird durch die anstiftung in München gegründet. Ideengeber waren die Internationalen Gärten in Göttingen.
2011: Der Verein feiert 15 Jahre Internationale Gärten Göttingen. Mittlerweile gibt es mehr als 120 interkulturelle Gärten bundesweit.
2016: Der Verein wird 20 Jahre alt. Mehr als 360 interkulturelle Gärten sind bundesweit im Netzwerk der Unterkulturellen Gärten vereint.

 

Projekte

Der Willkommensgarten auf den Zietenterrassen ist das jüngste Projekt der Internationalen Gärten e.V. Göttingen. Der Willkommensgarten wird gefördert vom Deutschen Kinderhilfswerk und der anstiftung. Im Frühjahr 2016 haben Mitglieder des Vereins begonnen direkt auf dem Gelände des Flüchtlingswohnheims Zietenterassen einen Garten anzulegen. Mit einer großen Pflanz-Aktion wurde die Gartensaison 2016 abgeschlossen. Wie es im nächsten Jahr weitergeht, ist noch ungewiss.
Hier finden Sie weitere Informationen >

„Interkulturalität in Garten, Handwerk und Kunst“ ist der Titel des im Jahr 2014 beendeten Projekts. Es wurde vom Landschaftsverband Südniedersachsen gefördert. Im Rahmen des Projekts fand eine Vielzahl verschiedener Veranstaltungen statt, die sich um die Themen Kunst, Handwerk und den Einbezug von Pflanzen und Naturmaterialien drehten. Unter anderem fand im Migrationszentrum ein Töpferkurs statt. Die entstandenen kleinen Kunstwerke wurde im Anschluss daran in der Göttinger Brot Galerie ausgestellt.
Hier finden Sie weitere Informationen >

Der Bau einer Lehrimkereihütte war für die Geismarer Imker eine lange überfällige Notwendigkeit. In selbständiger und gemeinsamer Arbeit setzte die Imkergruppe aus Geismar dieses Projekt um und baute eine tolle Imkerhütte. Sie dient dazu die Geräte und Werkzeuge, die man zum Imkern benötigt, sicher unterzubringen und stets verfügbar zu haben. Gleichzeitig bietet sie eine gute Gelegenheit, um Regenwasser zur Bewässerung der Pflanzen aufzufangen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

„Blumen verbinden – Berufsorientierung für Frauen in Grone“ war ein im Jahr 2011 realisiertes Projekt des Vereins. Es wurde finanziell unterstützt vom Bundesministerium für Frauen, Senioren, Familie und Jugend, der Europäischen Union sowie der Stadt Göttingen. Im Projekt wurde die Vielfalt der Blumenwelt hinsichtlich ihrer kulturellen Bedeutung und beruflichen Perspektiven für immigrierte Frauen wahrgenommen. Die Idee des Projekts war, Frauen aus unterschiedlichen Kulturkreisen im Stadtteil Grone zusammenzuführen.
Hier finden Sie weitere Informationen >

„Gesundheit und Ernährung in den Internationalen Gärten Göttingen“ startete im September 2008 in den Internationalen Gärten Göttingen. Es ist ein vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördertes Integrationsprojekt der Stiftung Interkultur zum Thema Gesundheit und Ernährung. Zehn Frauen aus acht Ländern trafen sich regelmäßig im Nachbarschaftszentrum Grone-Süd, um sich über ihre Erfahrungen in diesem Bereich auszutauschen. Das Projekt wurde von der Stiftung Interkultur wissenschaftlich begleitet.
Hier finden Sie weitere Informationen >

„Nachbarschaft. Kultur und Freizeit im Sozialraum Natur und Garten“ wurde im Spätsommer 2008 gestartet und von den Mitgliedern der Internationalen Gärten betreut. Das Ziel war die Förderung der Kommunikation zwischen den Vereinsmitgliedern und der Groner Nachbarschaft sowie Kindern und Erwachsenen Möglichkeiten des Naturumgangs aufzuzeigen. Im Friedensgarten Grone wurde dafür ein interaktives Veranstaltungsangebot für Kinder aus Vorschul- und Grundschuleinrichtungen zusammengestellt.
Hier finden Sie weitere Informationen >

„Lebendiger Boden – Lebendige Vielfalt“ war ein Kooperationsprojekt der Internationalen Gärten, der anstiftung und der Evangelischen Erwachsenenbildung Göttingen. Es wurde gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Das Ziel des Projektes war es im städtischen und ländlichen Raum Göttingens Migranten- und Flüchtlingsfamilien in die aktuelle nationale und internationale Umweltdiskussion zu integrieren und sie zur Teilnahme am Natur- und Umweltschutz zu motivieren.

 

Aktivitäten

Ein kurzer Überblick der Aktivitäten des Vereins aus dem vergangenen Jahr:

  • Willkommensgarten beim Flüchtlingswohnheim auf den Zietenterrassen
  • Empfang von Flüchtlingen in den Gärten: gemeinsames Anlegen einer Parzelle
  • Bau eines neuen Holzpavillons im Internationalen Garten Geismar
  • Siebdruckworkshops mit Flüchtlingen
  • Kompostworkshops
  • Empfang von Multiplikatoren
  • Umstrukturierung der Vereinsbüroarbeit
  • Honigernte in den Lehrimkereien

Aktivitäten 2015

  • Bau einer Kompost-Toilette im Friedensgarten (Juhuu, wir haben eine!)
  • Aktionen der Imkerguppe Grone (u.a. Verkauf in Nachbarschaftszentrum und auf dem Wochenmarkt)
  • Gestaltung des neuen Gartenschilds im Friedensgarten Grone
  • Herrichtung alter Gartenparzellen zur Aufnahme neuer Mitglieder
  • Obstbaumpflege (Schnitt und Ausrichtung der Jungpflanzen)
  • Gemeinsames Grillen
  • Teilnahme an der Kulturenmesse
  • Öffentlichkeitsarbeit (Radiointerview, Gruppenbesuche, Film über Vereinsmitglieder, Vorstellung der Internationalen Gärten in St. Petri/Weende, Masterarbeit über Urban-Gardening-Projekte in Göttingen)

Aktivitäten 2014

  • Projekt Handwerkskunst
  • Kompostaktion in Geismar
  • Kräuterseminar und -workshop
  • Kerzenherstellung (Imkerei Grone und Geismar)
  • Kräuterspirale der Montessori Schule (Geismar)
  • Wassertanks und Regenrinne (Grone)
  • Mähen mit der Sense Workshop (Geismar)
  • Siebdruck Workshop und Schablonendruck mit Kindern